MILUI

CHAJA

Mein Name ist Milui, ich bin am 1. Oktober 2019 ein Jahr alt geworden und wohne mit meiner Schwester Chaja in einem Haus mit einem riesengrossen Garten mit vielen Kletterbäumen und Sträuchern zum Verstecken. Ich liebe es, im Garten herumzutollen. Am liebsten aber springe ich am Morgen früh aufs warm duftende Bett meines Lieblingsmenschen und streife dabei das Gesicht ihres Mannes. Ou, wie er das hasst, fast noch mehr, als wenn wir ihn beim Essen stören, herrlich!

Aber er mag uns trotzdem sehr gern! Wie heisst es doch so schön: "Keine Liebe ist grösser als die zwischen dem Vater und dem Haustier, welches er nie haben wollte…"

Unser Lieblingsmensch kümmert sich sehr gut um uns. Für Chaja hat sie sogar bereits einen hübschen Kater ausgesucht, ich bin dafür noch etwas zu klein, meint sie.

Mir soll es egal sein, ich beobachte erst einmal, wie es meiner Schwester dabei ergeht, so eine Schwangerschaft kann ja ganz schön anstrengend sein. Zum Glück haben wir getrennte Futternäpfe, Chaja versucht mir heute schon ständig, das Futter wegzufressen.

Na dann darf ich mich wohl als die 'verfressene Schwester Chaja' vorstellen..

Zugegeben kann ich es morgens kaum erwarten, bis unser Lieblingsmensch den Futternapf füllt, wobei ich jeweils total im Clinch bin zwischen 'mich kraulen zu lassen' oder ungeduldig 'um Futter zu betteln'.

Ich habe meine Menschen auch bereits soweit abgerichtet, dass ich erst aus dem Garten zurück ins Haus komme, wenn ich dafür ein Goodie erhalte, ich sage euch, das klappt erstaunlich gut!

Im Vergleich zu Milui bin ich tatsächlich um den Bauch herum etwas fülliger, aber sie ist ja auch ein Federgewicht. Ob die jemals einen Kater finden wird?

A propos Kater, in ein paar Monaten ist meine Figur eh futsch, wenn ich trächtig bin. Wieviele Kitten es wohl geben wird? Mein Lieblingsmensch und ihre beiden jungen Söhne freuen sich total, ihr Mann auch, trotzdem macht er sich schon heute ums Sofa und die Tapeten Sorgen, alles Sachen, die man ja ersetzen kann, nicht?

Meine Schwester und ich kommen aus einem unglaublich grossen Elferwurf aus der Hoobyzucht 'vom Schneewald' aus Deutschland. 

Ich lege mein Buch 'Die Bedeutung des  Zen'  nieder und sehe, wie die Katze in ihr Fell lächelt, während sie es vorsichtig mit ihrer rauen rosa Zunge putzt."Katze, ich würde dir gerne dieses Buch zu lesen geben, doch es sieht so aus, als ob du es bereits gelesen hast."  Sie schaut auf und blickt mir direkt in die Augen. "Sei nicht dumm",  schnurrt sie, "ich habe es geschrieben."    

(Dylis Bennett Laing, 1906 - 1960, Amerikanische Schriftstellerin)